Distronic (DTR, Abstandsregeltempomat)

Mercedes konnte 1998 eine weitere einzigartige Innovation präsentieren. Der Abstandsregeltempomat "Distronic". Das System wurde erst nur in der S-Klasse und dem CL angeboten. Mittlerweile ist es auch im SL, der E-Klasse, dem CLK und der neuen M-Klasse (W164) erhältlich. Bei den Fahrzeugen mit Distronic verbirgt sich hinter dem Kühlergrill ein 77 Gigahertz-Radar der im Winkel von 9° alle 3 Fahrstreifen auf einer Entfernung von 100m abtastet. Das System funktioniert ab einer Geschwindigkeit von 30 bis 180 km/h. Der Abstand kann vom Fahrer manuell über ein Rädchen gewählt werden. Der Mindestabstand beträgt 1 Sekunde, der maximale 2 Sekunden. Verringert sich der Abstand zu einem Fahrzeug, zeigt DTR dies dem Fahrer im Kombiinstrument an und nimmt selbstständig Gas weg. Reicht dies nicht aktiviert Distronic die Bremse (maximal zu 30% der max. Bremsleistung). Vergrößert sich der Abstand wieder, beschleunigt das Fahrzeug wieder auf die vorher eingestellte Geschwindigkeit.(Fotos: DC / Distronic-Rechner, DTR-Radar, DTR-Grafik, DTR Abstandsmodell (v.l.n.r.))

Distronic PLUS

Mit dem Abstandsregel-Tempomat DISTRONIC ging 1998 in der S-Klasse (W/V220) für viele Autofahrer ein lang gehegter Traum in Erfüllung: ein elektronischer Co-Pilot, der das Auto mit der gewünschten Geschwindigkeit und im gewählten Abstand zum vorausfahrenden Wagen über die Straßen führt - komfortabel und stressfrei. Mercedes-Benz war seinerzeit weltweit die erste Automobilmarke, die ihren Kunden eine solche Technologie anbieten konnte. Dieses leistungsfähige Assistenzsystem hat Mercedes-Benz für die neue S-Klasse (W/V221) weiterentwickelt. Daher der Name DISTRONIC PLUS.
Durch die Kombination des bisherigen DISTRONIC-Radars (77 GHz) mit einem neu entwickelten Nahbereichsradar (24 GHz), das auch für den Bremsassistenten PLUS genutzt wird, können die Mercedes-Ingenieure den Arbeitsbereich des Abstandsregel-Tempomaten nochmals erweitern. Er beträgt jetzt 0,2 bis 150 Meter. Während das 77-Gigahertz-Radar die Fahrbahn in größerer Entfernung vor der S-Klasse abtastet, reichen die Signale der 24-Gigahertz-Antennen rund 30 Meter weit und dienen zur Überwachung des Nahbereichs. Das elektronische Steuergerät analysiert die Informationen beider Radarsysteme und berechnet die zur Abstandsregelung notwendigen Schaltbefehle für Motor, Automatikgetriebe und Bremse.
Zusätzlich wurde auch der Geschwindigkeits-Regelbereich vergrößert: von bisher 30 bis 180 km/h auf nunmehr null bis 200 km/h. Das bedeutet: Wenn der Verkehr stockt, bremst DISTRONIC PLUS die S-Klasse automatisch bis zum Stillstand ab und beschleunigt die Limousine wieder auf die eingestellte Wunschgeschwindigkeit, sofern es die Verkehrslage erlaubt. Für das automatische Anfahren muss der Autofahrer lediglich den DISTRONIC-Hebel an der Lenksäule betätigen oder kurz aufs Gaspedal treten. Wie bisher lässt sich der gewünschte Abstand je nach Verkehrsfluss und –dichte einstellen: Mithilfe eines Reglers im DISTRONIC-Hebel an der Lenksäule kann der Autofahrer den Zeitbereich stufenlos zwischen einer und zwei Sekunden verändern, wenn dies die Verkehrslage erfordert. Die mittlere Einstellung entspricht einem Zeitabstand von 1,5 Sekunden, was bei 100 km/h einem Abstand von rund 42 Metern entspricht. Im Zentral-Display des Kombi-Instruments werden der Soll- und Ist-Abstand zwischen der S-Klasse und dem vorausfahrenden Auto angezeigt.
Da im unteren Geschwindigkeitsbereich - also bei Stop-and-go-Verkehr mit häufigem Anfahren und Abbremsen - oft eine größere Dynamik bei der Abstandsregelung erforderlich ist, wurden auch die Beschleunigungs- und Verzögerungswerte des Systems neu abgestimmt. So sind jetzt je nach Geschwindigkeit automatische Verzögerungen von bis zu 4 m/s² (bisher: 2 m/s²) möglich. Erkennt die DISTRONIC PLUS, dass eine größere Bremsleistung notwendig ist, leuchtet im Kombi-Instrument ein Warnsymbol auf. Gleichzeitig ertönt ein Intervall-Warnton, der den Autofahrer auffordert, die Verkehrssituation zu beobachten und bei Bedarf selbst aufs Bremspedal zu treten. Die elektronische Abstandsüberwachung kann unabhängig von der DISTRONIC PLUS aktiviert werden. Das System erfasst auch dann permanent die Distanz zu vorausfahrenden Autos und warnt den Fahrer oberhalb von 30 km/h durch Intervall-Signalton, wenn er sich zu schnell einem anderen Fahrzeug nähert, und durch Warnleuchte, wenn der Abstand zu gering ist.

Totwinkelassistent

Für das neue Assistenzsystem nutzt Mercedes-Benz sechs Nahbereichs-Radarsensoren, die sich im Front- und Heckstoßfänger befinden. Sie überwachen auf beiden Seiten den Bereich seitlich und hinter dem Auto. Dabei decken sie auch den sogenannten „toten“ Winkel ab, den der Autofahrer mithilfe der Außenspiegel nicht einsehen kann.
Erkennt das System ein anderes Fahrzeug im Warnbereich, erscheint ein rotes Warnsymbol im Glas des Außenspiegels. Es informiert den Autofahrer, dass ein Wechsel der Fahrspur möglicherweise gefährlich ist. Übersieht er diesen Hinweis und betätigt den Blinker, beginnt das rote Signal im Spiegelglas zu blinken und es ertönt zusätzlich ein Warnton. Der Totwinkel-Assistent für die S- und CL-Klasse wird zusammen mit anderen radarbasierten Assistenzsystemen wie dem Abstandsregeltempomaten DISTRONIC PLUS, dem Bremsassistenten PLUS, der PRE-SAFE®-Bremse und der Parkführung angeboten.


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